ADHS

ADHS im Erwachsenenalter

Diagnostik, Psychotherapie und Coaching

ADHS kann sich im Erwachsenenalter auf Aufmerksamkeit, Selbstorganisation, Stressregulation und den Umgang mit beruflichen und privaten Anforderungen auswirken.

In meiner Praxis biete ich ADHS-Diagnostik für Erwachsene, Psychotherapie bei ADHS sowie ADHS-Coaching an.

ADHS bei Erwachsenen
Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI)

Dabei ist mir eine differenzierte Betrachtung wichtig. Nicht jede Schwierigkeit im Bereich Konzentration, Organisation oder Selbststeuerung ist Ausdruck einer ADHS. Gleichzeitig können Menschen mit ADHS über Jahre Strategien entwickeln, mit denen sie ihre Schwierigkeiten kompensieren – teilweise um den Preis einer dauerhaft hohen Anstrengung.

Eine frühzeitige diagnostische Einordnung und die Entwicklung passender Strategien können deshalb auch einen präventiven Ansatz darstellen: Belastungen sollen möglichst erkannt und bearbeitet werden, bevor sich daraus chronische Überforderung oder eine psychische Erkrankung entwickelt.


ADHS im Erwachsenenalter

ADHS zeigt sich bei Erwachsenen häufig anders, als es die klassische Vorstellung von „Zappeligkeit und Unaufmerksamkeit“ vermuten lässt.

Mögliche Schwierigkeiten betreffen unter anderem:

  • Konzentration und Aufmerksamkeitssteuerung
  • Planung und Organisation
  • Priorisierung und Zeitmanagement
  • Aufschieben und Schwierigkeiten beim Beginnen oder Abschließen von Aufgaben
  • Impulsivität und Selbststeuerung
  • innere oder äußere Unruhe
  • Arbeitsgedächtnis und Aufgabenverfolgung
  • Umgang mit Reizen und Ablenkungen
  • emotionale und stressbezogene Selbstregulation
  • berufliche und private Organisation

Nicht selten bestehen gleichzeitig ausgeprägte Kompensationsstrategien. Hohe Leistungsbereitschaft, Perfektionismus, Kontrolle und ein überdurchschnittlicher persönlicher Einsatz können Schwierigkeiten über Jahre ausgleichen oder verdecken.

Gerade wenn diese Kompensation dauerhaft sehr viel Energie kostet, kann es sinnvoll sein, frühzeitig genauer hinzuschauen und die eigenen Anforderungen und Strategien zu überprüfen.


ADHS-Diagnostik

Eine sorgfältige diagnostische Einordnung

Eine ADHS-Diagnose lässt sich nicht anhand eines einzelnen Fragebogens oder Aufmerksamkeitstests stellen.

Eine fundierte Diagnostik betrachtet unter anderem:

  • die aktuelle Symptomatik
  • die Entwicklung seit Kindheit und Jugend
  • schulische und berufliche Erfahrungen
  • Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation
  • exekutive Funktionen
  • bisherige Kompensations- und Bewältigungsstrategien
  • psychische und körperliche Begleiterkrankungen
  • mögliche Differentialdiagnosen
  • bereits vorliegende medizinische oder psychotherapeutische Befunde

Hierbei kommen standardisierte Fragebögen, diagnostische Interviews und psychologische Testverfahren zum Einsatz.

Am Ende der Diagnostik steht eine ausführliche Rückmeldung und eine nachvollziehbare diagnostische Einschätzung.


ADHS und Psychotherapie

Wenn die Symptomatik zur psychischen Belastung wird

ADHS kann langfristig zu erheblichen Belastungen führen. Wiederholte Schwierigkeiten im Alltag, berufliche Überforderung oder das Gefühl, trotz hoher Anstrengung den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, können beispielsweise Selbstwertprobleme, chronischen Stress, Ängste oder depressive Beschwerden begünstigen.

In der Psychotherapie können unter anderem folgende Themen im Mittelpunkt stehen:

  • chronische Überlastung und Stress
  • Selbstwert und Selbstakzeptanz
  • Perfektionismus und überhöhte Ansprüche
  • depressive Beschwerden und Erschöpfung
  • Ängste und innere Anspannung
  • emotionale Selbstregulation
  • Partnerschaft und Familie
  • berufliche Überforderung
  • Aufschieben und Vermeidungsverhalten
  • Grenzen und Konflikte
  • Entwicklung individueller Bewältigungsstrategien

Psychotherapie setzt insbesondere dann an, wenn bereits eine behandlungsbedürftige psychische Symptomatik oder eine relevante psychische Belastung besteht.

Sie kann dabei unterstützen, belastende Muster zu verstehen, psychische Beschwerden zu reduzieren und einen angemessenen Umgang mit den eigenen Voraussetzungen zu entwickeln.

Auch hier kann eine frühzeitige Unterstützung sinnvoll sein, wenn sich erste Anzeichen einer zunehmenden psychischen Belastung zeigen.


ADHS-Coaching

Konkrete Unterstützung für Alltag und Beruf

Nicht jede Person mit ADHS benötigt Psychotherapie. Wenn keine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung im Vordergrund steht, kann ein Coaching dabei unterstützen, konkrete Herausforderungen im Alltag und Berufsleben gezielt zu bearbeiten.

Coaching kann dabei präventiv ansetzen: Belastende Muster werden frühzeitig erkannt, bevor daraus eine anhaltende Überforderung oder psychische Erkrankung entsteht. Ziel ist, die eigenen Ressourcen gezielt zu nutzen, Anforderungen realistisch zu gestalten und individuelle Strategien für einen langfristig tragfähigen Alltag zu entwickeln.

Mögliche Themen sind:

  • Planung und Priorisierung
  • Zeitmanagement
  • Aufgabenstrukturierung
  • Umgang mit Aufschieben
  • Routinen und Gewohnheiten
  • Konzentration und Ablenkbarkeit
  • Arbeitsorganisation
  • Umgang mit beruflichen Anforderungen
  • Entscheidungsfindung
  • Selbstfürsorge und Regeneration
  • persönliche Grenzen
  • Umsetzung persönlicher und beruflicher Ziele
  • Stressprävention und Belastungsregulation
  • Entwicklung individueller Strategien

Im Coaching geht es nicht darum, möglichst viele Methoden anzuwenden. Entscheidend ist vielmehr, die eigenen Muster zu verstehen und Strategien zu entwickeln, die zur individuellen Situation passen und im Alltag tatsächlich umgesetzt werden können.

ADHS-Coaching ist keine Psychotherapie und ersetzt diese nicht, wenn eine psychische Erkrankung behandlungsbedürftig ist. Es kann jedoch eine sinnvolle präventive Unterstützung sein, um Selbstorganisation, Belastungsregulation und einen langfristig gesunden Umgang mit beruflichen und privaten Anforderungen zu fördern.


Diagnostik, Psychotherapie oder Coaching?

Welche Unterstützung ist in meiner Situation sinnvoll?

Die drei Angebote verfolgen unterschiedliche Ziele und setzen an unterschiedlichen Punkten an.

Diagnostik

Eine diagnostische Abklärung ist sinnvoll, wenn die Frage im Raum steht, ob ADHS vorliegt oder wie bestehende Schwierigkeiten fachlich einzuordnen sind.

Sie kann außerdem eine wichtige Grundlage dafür sein, die eigenen Belastungen und bisherigen Bewältigungsstrategien besser zu verstehen und frühzeitig passende Unterstützung einzuleiten.

Psychotherapie

Psychotherapie ist angezeigt, wenn eine psychische Erkrankung oder eine behandlungsbedürftige psychische Symptomatik besteht.

Im Mittelpunkt steht dann die Behandlung der psychischen Beschwerden und der damit verbundenen belastenden Muster. Bei ADHS können beispielsweise chronische Überforderung, depressive Beschwerden, Ängste, Selbstwertprobleme oder Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation therapeutisch bearbeitet werden.

Coaching

Coaching richtet sich an Menschen, bei denen keine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung im Vordergrund steht, die aber konkrete Unterstützung bei der Gestaltung ihres Alltags oder Berufslebens wünschen.

Der Schwerpunkt liegt auf Prävention, Selbstorganisation und der Entwicklung alltagstauglicher Strategien. Ziel ist, Belastungen frühzeitig entgegenzuwirken und einen langfristig tragfähigen Umgang mit den eigenen Anforderungen zu entwickeln.

Dabei kann Coaching beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn bereits erste Anzeichen von Überforderung bestehen, aber noch keine psychotherapeutische Behandlung erforderlich ist.

Sie müssen diese Entscheidung nicht allein treffen. Im persönlichen Kontakt lässt sich klären, welche Form der Unterstützung zu Ihrer aktuellen Situation und Fragestellung passt.


Mein Ansatz

Differenziert betrachten statt vorschnell einordnen

Als Psychotherapeutin ist mir eine sorgfältige diagnostische und therapeutische Einordnung besonders wichtig.

Gerade bei ADHS sollten einzelne Symptome nicht isoliert betrachtet werden. Konzentrationsprobleme, Erschöpfung, Prokrastination, innere Unruhe oder Schwierigkeiten mit Selbstorganisation können unterschiedliche Ursachen haben und sich gegenseitig beeinflussen.

Deshalb betrachte ich neben der aktuellen Symptomatik auch die persönliche Entwicklung, bisherige Bewältigungsstrategien, psychische Belastungen, die aktuelle Lebenssituation und vorhandene Ressourcen.

Eine Diagnose kann helfen, bisher schwer verständliche Zusammenhänge besser zu verstehen. Sie sollte jedoch nicht zur alleinigen Erklärung sämtlicher Schwierigkeiten werden.

Ebenso wichtig ist für mich der präventive Blick: Nicht erst dann Unterstützung in Anspruch zu nehmen, wenn die eigene Belastungsgrenze bereits überschritten ist, sondern möglichst frühzeitig wahrzunehmen, welche Anforderungen dauerhaft zu viel Energie kosten und wo Veränderungen sinnvoll sind.

Ziel ist eine fachlich fundierte Einschätzung und eine Unterstützung, die zu Ihrer individuellen Situation passt – sei es durch diagnostische Klärung, Psychotherapie oder präventiv ausgerichtetes Coaching.


Sie möchten Ihre Situation fachlich abklären lassen?

Sie vermuten bei sich ADHS, haben bereits eine Diagnose erhalten oder suchen Unterstützung bei konkreten Schwierigkeiten im Alltag oder Berufsleben?

Nehmen Sie gerne Kontakt zu meiner Praxis auf. Gemeinsam können wir klären, welches Vorgehen für Ihre Fragestellung sinnvoll ist.